Zitat des Monats

»Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, so erschiene dem Menschen alles, wie es ist: unendlich.«

William Blake

Zitat des Monats

»Begegnen wir der Zeit, wie sie uns sucht.«
William Shakespeare

Ein neues Jahr

2012
Einen kurzen Moment lang war ich geneigt es der Masse gleichzutun und in epischer Breite 2011 und die ewig selben Ereignisse Revue passieren zu lassen. Natürlich war es, nicht nur für mich persönlich, ein ereignisreiches Jahr, doch verspüre ich nun doch keine Lust in den allgemeinen Chor der Unglaublich-Sager und Wer-hätte-es-gedacht-Rufer einzustimmen und werde mich daher weder über Tsunamis, Atomkraft noch Politiker auslassen. Stattdessen wage ich eine einfache Prognose und sage, es wird viel passieren und Sie werden erstaunt sein.

Und somit wünsche ich Ihnen lieber Leser einen guten Rutsch und viel Glück im neuen Jahr.

Machen Sie das Beste draus.

Ihr

Michael Constantin

PS: Den laut Maya-Kalender bevorstehenden Weltuntergang werde ich übrigens, wie schon letzten Oktober, verhindern. Sie können also unbesorgt sein.

Ihr Gehirn: Backstage! Weihnachtswahnsinn

Es weihnachtet sehr! Wie schön und besinnlich könnte diese Zeit sein, wie friedlich und idyllisch.
Doch die Realität sieht leider etwas anders aus. Kaum setzt man einen Fuß vor die Tür, scheint ein geheimes Signal alle anderen Bewohner der Stadt dazu zu veranlassen bewusst jede Straße, jeden Parkplatz und jedes Geschäft zu blockieren. Allgemein scheint sich der Friede und die Freude der Weihnachtszeit lange nicht bei jedem herumgesprochen zu haben und so wird munter gedrängelt, gepöbelt und gehastet was das Zeug hält. Das alles findet dann sein tragisches Ende an den Feiertagen, wenn die Kinder mit dem Rotkohl per Löffelkatapult die Tapete dekorieren, der Weihnachtsbaum sich entscheidet den Feuertod zu sterben (Keine Angst, nichts passiert. Sie konnten rechtzeitig mit dem Goldfischglas löschen) und der Hund die Festtagsgans kurz vorm Eintreffen der Schwiegereltern mit Sabber mariniert.

Weihnachtslicht

Damit Sie Weihnachten dennoch genießen können, möchte ich Ihnen ein kleines Geschenk machen. Statt mit Glühwein, können Sie Ihre Nerven künftig per “Gehirnwäsche” beruhigen. Der Stress und die negativen Gefühle (nicht nur) in der Weihnachtzeit, sind Reaktionen des Gehirns auf äußere Einflüsse. Also warum nicht äußere Einflüsse gezielt einsetzen, um das Gehirn positiv zu stimulieren.

 

Hier sind die fünf besten Techniken gegen Stress und schlechte Stimmung:

1. Räumen Sie auf
Visuelle Unordnung macht unruhig. Heben Sie herumliegende Kleidung auf, machen Sie das Bett, nehmen Sie alles unnötige von Ihren Tischen (Deko ist natürlich erlaubt*) und versuchen sie generell möglichst viele freie Flächen zu schaffen. Das beruhigt.

Geschenke

2. Tragen Sie Blau
Farben beeinflussen unsere Stimmung. Rot schafft Energie, aber auch Unruhe. Orange wirkt irritierend. Blau hingegen lässt uns von Natur aus entspannen. Oft reicht es schon zwei Minuten an den Ozean oder den blauen Himmel zu denken und schon werden Sie ruhiger. Droht Stress, tragen Sie ein blaues Hemd und Sie werden merken, dass Sie gelassener werden.

3. Der Ton macht die Musik
Um Ihre Stimmung zu verbessern, hören Sie Musik, die Ihnen gefällt (solange diese nicht zu melancholisch ist). Studien zeigen, dass Musik das Gehirn zur Ausschüttung von Dopamin (dem sog. Glückshormon) anregt und das in ähnlich hohem Maße wie bei Drogenkonsum oder hemmungslosem Sex (der übrigens auch die Stimmung hebt).

4. Immer lächeln
Lächeln Sie! Los, hoch mit den Mundwinkeln! So ist es unmöglich längere Zeit verärgert zu sein.

5. Stellen Sie Kontakt her
Der körpereigene Stoff Oxytocin sorgt für einen gesunden Blutdruck und ideale Widerstandsfähigkeit gegen Stress. Also los, produzieren Sie fleißig Oxytocin!
Sie wissen nicht wie? So einfach wie angenehm. Sie müssen viel schmusen, kuscheln, streicheln und umarmen. Stellen Sie (Haut-)Kontakt her und kurbeln Sie so die Oxytocinproduktion an. Sie haben niemandem zum Kuscheln? Sind einsam? Wie traurig. Aber kein Problem. Sie brauchen ein Haustier**. Nach einer Studie der Universität New York, bringt die Gesellschaft eines Haustiers die durch Stress erhöhte Puls- und Blutdruckwerte wieder auf ein optimales Niveau. Hund, Katze und Flattermann schaffen das sogar schneller und zuverlässiger, als ein menschlicher Partner.

 

Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen!
Frohe Weihnachten wünscht Ihnen

Ihr
Michael Constantin

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* Mit Dekoration können Sie die Stimmung Ihrer Gäste “manipulieren”. Ecken, Kanten und wilde Muster machen unruhig. Rundungen und Flächen beruhigen.

Zitat des Monats

»Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« – Antoine de Saint-Exupéry

Zitat des Monats

»Geh zum Rande der Klippe und spring. Deine Flügel baue auf dem Weg nach unten.« – Ray Bradbury

Die Außerirdischen greifen an!

Illustration von Alvim Corréa, 1906

Es war 1938 als für einen Abend die Welt unterging. Zumindest für die Hörer von Orson Welles legendärem Radiohörspiel Krieg der Welten, welches genau heute vor 73 Jahren eine ganze Nation in Schrecken versetzte.
Einen Tag vor Halloween sollte die Radioversion des H. G. Wells Klassikers dem US-Publikum das Gruseln lehren. Doch die Inszenierung war dermaßen überzeugend, dass sie statt angenehmen Schaudern blanke Panik besonders bei den Zuhörern auslöste, die die ersten 2min 20s des Hörspiels verpassten. Denn zu Beginn war noch eindeutig zu erkennen, dass es sich um ein gespieltes Stück handelte. Danach entstand der Eindruck einer durch Sondermeldungen unterbrochenen Musiksendung. Reporter berichteten offenbar live von Explosionen auf dem Mars und schließlich von einer Invasion der Marsianer. Anschaulich wurde das Grauen beschrieben, das die Ausserirdischen über die Menschheit zu bringen schienen. Züge, Brücken, Flugzeuge und sogar das CBS-Sendergebäude wurden offenbar zerstört und Hitzestrahlen und Giftgas brachten Verderben über die hilflosen, irdischen Streitkräfte. Spätestens als Verlustmeldungen und Evakuierungspläne gesendet wurden und ein angeblicher Innenminister – welcher zufällig genau wie Präsident Roosevelt klang – eine Ansprache an die Nation hielt, war die Illusion perfekt.
Von den vermeintlichen Nachrichten aufgebracht verließen tausende Menschen ihre Wohnungen, flohen in Panik mit ihren Liebsten oder verschanzten sich in Kellern und hinter verrammelten Türen. Ein alarmierter Zuhörer schoß angeblich auf einen Wasserturm, weil er ihn des Nachts für eine der dreibeinigen Invasonsmaschinen hielt. Schon 30 Minuten nach Beginn der Radiosendung bildeten sich bewaffnete Bürgergruppen, bereit sich den Invasoren in den Weg zu stellen. Ernsthaft verletzt wurde damals zum Glück niemand, auch wenn später mehrere Zeitungen das Gegenteil behaupteten.
Nach der Ausstrahlung war der Aufschrei natürlich groß. Welles und sein Ensemble erhielten vorübergehend Polizeischutz. Es folgten Entschuldigungen, eine Welle von Berichterstattungen und einige Klagen wegen “seelischer Grausamkeit”. Letztere wurden aber allesamt abgeschmettert. Einzig ein Mann aus Massachusetts wurde entschädigt, welcher für neue Schuhe gedachtes Geld für die Flucht vor den Außerirdischen ausgegeben hatte.

Aber darf man mit seinem Publikum so umspringen? Ich glaube nicht, dass ich der Richtige bin um das zu beurteilen, möchte aber Orson Welles zitieren, der am Ende der Sendung sagt es handele sich um: »The Mercury Theater’s own radio version of dressing up in a sheet, jumping out of a bush and saying, ‘Boo!’« *

Pünktlich zu Halloween ziehe ich damit meinen Hut vor einem Genie der Inszenierung und präsentiere Ihnen, wie auch schon zu seinem Geburtstag, Orson Welles legendären Krieg der Welten im englischen Original.
Viel Vergnügen!

Orson Welles – War Of The Worlds
Mercury Theater, October 30, 1938

 

* »Des Mercury Theaters eigene Radioversion sich ein Laken über den Kopf zu ziehen, aus dem Busch zu sringen und ‘Boo’ zu rufen.«

Habe den Weltuntergang verhindert

3D Bild der Erde von DingTo

Erfolg! Wie angekündigt, konnte ich die Welt retten und den Untergang aufschieben. Und das praktisch ganz allein. Ja, es war ein hartes Stück Arbeit, aber einer muss es ja tun. Ein Triumph, den ich mir gerne auf die Fahne schreibe. Natürlich besteht die winzige Möglichkeit, dass Herr Camping sich geirrt hat. Immerhin ist er diesjähriger Träger des Ig-Nobelpreises in der Kategorie Mathematik (Grund für die Auszeichnung: Für die Lehre an die Welt, vorsichtig zu sein, wenn man mathematische Annahmen und Berechnungen macht).
Doch mir gefällt der Gedanke besser, dass es meine Anstrengungen waren, die Ihnen den Tag, ach was schreib ich, das ganze Leben gerettet haben. Jetzt fragen Sie sich sicher, wie Sie mir dafür danken können. Nun, hab ich schon erwähnt, dass man mich buchen kann?