Ein Titan versinkt
In einer kalten Aprilnacht rammt das bis dahin wohl mächtigste Schiff der Seefahrtgeschichte einen Eisberg und sinkt.
Nur ein Satz, lieber Leser, und schon wissen Sie worum es geht. Oder auch nicht, denn ich meine nicht die Titanic, sondern das nicht weniger beeindruckende Passagierschiff aus Morgan Robertsons erstaunlichem Roman Futility.
Robertson beschreibt in seiner Erzählung die ebenfalls in einer Katastrophe endende Atlantikfahrt eines riesigen Kreuzfahrtschiffes, welches mit 244 Metern fast genau so lang ist wie die 269 Meter messende Titanic. Beide Schiffe bieten 3000 Passagiere Platz, sind aus Stahl gebaut und werden von drei Propellern angetrieben. Sie sind die größten Schiffe ihrer Zeit (das eine mit 45.000 Bruttoregistertonnen, die Titanic mit 46.328) und gelten beide als unsinkbar. 16 Schotten bei der Titanic und 19 bei ihrem Romangegenstück sollen für Sicherheit sorgen. Doch beide Schiffe, das reale wie das erfundenen, stoßen in einer Aprilnacht auf der England-Amerika-Route bei viel zu schneller Fahrt mit einem Eisberg zusammen. Beide sind nur wenige hundert Meilen von Neufundland entfernt, als sie jeweils auf der Steuerbordseite beschädigt werden. In beiden Fällen der Beginn einer Tragödie mit aberhunderten von Toten, denn sowohl Robertsons Schiff als auch die Titanic führen zu wenige Rettungsbote mit sich. Nur 24 das eine und 20 das andere.
Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass beide Unglücksschiffe britischen Reedereien mit Sitz in Liverpool gehören, von denen jede eine Dependance am New Yorker Broadway unterhält. Kurz gesagt, das echte und das Roman-Schiff sind praktisch identisch.
Die vielen Parallelen und beinahe Übereinstimmungen lassen nun vermuten, dass das legendäre Unglück vom 14. April 1912 dem Schriftsteller als Vorlage diente. Nichts Besonderes könnte man meinen. Doch eine interessante Tatsache macht Futility zu einem außergewöhnlichen Roman. Es ist der einfache Fakt, dass Robertson sein Buch 1898 und damit 14 Jahre vor der Titanic-Katastrophe veröffentlichte. Ein Umstand der einen, selbst wenn man nicht an eine Vorhersage glaubt, zum Grübeln bringt. Ganz besonders wenn man erfährt wie der Autor das Schiff in seinem Buch nannte. Es hieß TITAN!
1 Kommentar
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Von Joli, 18. Juli 2012 @
Titanic – Titan?
Wer lässt einige Menschen wissen?
Wer bau an unserem Geschick?
Gut dass wir Mensch niemals alles wissen!